Spiele aus der Cloud – Wie PC- und TV-Welten revolutioniert werden

Cloud Gaming
Ohne High-End-Software Top-Spiele auf maximalen Einstellungen flüssig spielen? Cloud Gaming machts möglich.

Cloud Gaming: Spiele per Stream im Wohnzimmer oder unterwegs

Spiele, wie The Witcher 3 oder Metal Gear Solid 5 stellen für die Systemressourcen des Computers echte Herausforderungen dar. Wenn das Equipment nicht passt, bremst es den Zocker gnadenlos aus, wenn er sich in Gefechten in HD bei maximaler Detailgenauigkeit austoben will. Cloud Gaming – auch Games-on-Demand genannt – sprengt diese Ketten der Performancevoraussetzungen und ermöglicht noch dazu das Spielen auf verschiedenen Endgeräten wie Computer, Fernseher, Smartphones, Tablets und Konsolen.

Da das jeweilige Spiel extern auf speziellen Servern läuft, entfällt die entsprechend hohe Anforderung an die Komponenten. Die Nutzereingaben über Tastatur und Maus, Gamepad oder Touchscreen gelangen an den Server und die Ton- und Videoausgabe wiederum an den Client. Hierfür benötigt der Nutzer lediglich eine schnelle Internetverbindung, da ansonsten Verzögerungen bei der Ein- und Ausgabe auftreten.

Cloud Gaming erfordert keine große Festplatte, lediglich die Applikation für den entsprechenden Dienst beansprucht gegebenenfalls etwas Speicherplatz durch eine Installation. Mit Gaikai (PlayStation Now), Nvidia Grid Game-Streaming-Service und Samsungs GameFly konstruierten die Entwickler interessante Plattformen mit unterschiedlichen Ansätzen.

OnLive – Der Urahn des Cloud Gamings

Wegbereiter dieser zukunftsweisenden Streaming-Technologie war das amerikanische Unternehmen OnLive. Der Konzern setzte die Vision einer interaktiven Internetübertragung von Computerspielen zu anderen Endgeräten als erstes konsequent um. OnLive, 2004 gegründet, startete seinen gleichnamigen Streaming-Dienst im Jahre 2010. Die Nutzung beschränkte sich jedoch nur auf das Gebiet der Vereinigten Staaten.

Die Plattform gewann zudem mit Electronic Arts, Epic Games, Take 2, Ubisoft und vielen anderen Spieleherstellern starke Partner. Der Service schaffte aber nicht mehr den Sprung nach Deutschland, da das Unternehmen im April 2015 seine Pforten schloss und einen Großteil von OnLive an Sony verkaufte.

Gaikai / PlayStation Now – Cloud Gaming vom Videospiel-Profi

Gaikai, 2008 gegründet und mit Sitz in Kalifornien, tritt aktuell als eine treibende Kraft im Streaming-Segment auf. Die Entwickler-Legende David Perry leitet das IT-Unternehmen. Er schuf Meisterwerke wie Earthworm Jim, MDK und Spiele zu den Matrix-Filmen.

Gaikai beschränkt sich nicht nur auf die Übertragung von Games auf PCs, sondern ergänzt die potenziellen Endgeräte um Smartphones, Tablets, Fernseher und Konsolen. Seit 2012 gehört die Firma zum Sony-Konzern, der daraufhin den bekannten Dienst PlayStation Now realisierte.

Diese Plattform überträgt die Spiele der Sony-Konsolen auf andere Geräte. Das gestattet beispielsweise, Titel von der PlayStation 3 auf die PlayStation 4 zu streamen, wodurch diese eine implizite Abwärtskompatibilität zur Vorgängergeneration erhält. Play Station Now unterstützt ebenfalls den Handheld PlayStation Vita. Neben der Übertragung von Demos auf diese tragbare Spielkonsole werden per Remote-Play überdies vollständige Spiele der PS4 im lokalen Heimnetzwerk übertragen.

Doch bei Sonys eigenem Portfolio macht PlayStation Now noch lange nicht Halt. Die von der Heimkonsole PlayStation 3 her geläufigen Titel sollen sich demnächst ebenso auf Fernsehern, Tablets und Smartphones streamen lassen.

Nvidia Grid Game-Streaming-Service – die Spielwelt des PCs im Tablet-Format

Der Grafikkartenspezialist Nvidia produziert auch andere Hardware für Gamer, mit denen man unterwegs komfortabel zocken kann. Diese Produktreihe hört auf den Namen Shield und brachte bisher ein Tablet, eine stationäre und eine tragbare Konsole hervor. Alle diese Geräte laufen mit dem Android-Betriebssystem und arbeiten mit von Nvidia selbst hergestellten Chipsätzen.

Dank dem Nvidia Grid Game-Streaming-Service bleiben viele populäre Computerspiele wie Resident Evil 5 oder Borderlands 2 auf diesen Systemen spielbar. Andere Endgeräte erlauben diesen Dienst bisher allerdings nicht. Des Weiteren erhält der Anwender in Deutschland lediglich das Shield Tablet. Das Cloud Gaming an sich ist hierzulande noch nicht verfügbar.

GameFly: zocken auf dem TV – ohne Konsole

Der südkoreanische Elektronik-Riese Samsung setzte mit dem Service GameFly seine eigene Interpretation des Cloud Gamings um. Hierbei benötigt der Spieler einen aktuellen Smart-TV von Samsung (ab Baujahr 2014), eine schnelle Internetverbindung (mindestens 4 Mbit/s) und einen Controller. Für die Übertragung in HD-Qualität empfiehlt der Hersteller eine Leitung mit 8 Mbit/s. Als kompatible Gamepads nennt der Konzern den Xbox-360-Controller und das Logitech F310 sowie das F710.

Das bereits präsente GameFly offeriert verschiedene Pakete – so das Hardcore Pack mit Titeln wie Mafia 2 und Red Faction. Das Lego Pack hingegen bietet Batman und Herr der Ringe in Klötzchen-Optik an. Jedes dieser Pakete kostet 7,99 Euro pro Monat. Für 6,99 Euro preist Samsung auch noch ein All-around Pack an. Eine zehnminütige Spiel-Test-Zeit stellt dann sicher, dass der Interessent nicht aus Versehen die Katze im Sack kauft.

Die Bibliothek umfasst derzeit über 120 Games, beispielsweise Ridge Racer Unbounded oder Batman Arkham Origins.

Fazit: Cloud Gaming bringt Spielspaß in jedes Wohnzimmer

Das Konzept ist so einfach wie genial: ohne einen eigenen High-End-PC besitzen zu müssen, genießt der Gamer dennoch viele Top-Spiele. Wegen des noch beschränkten Angebots von Sony und des in Deutschland noch nicht disponiblen Cloud Gamings von Nvidia stellt GameFly eine Option dar, die schon jetzt sehr ausgereift wirkt. Games-on-Demand bringt dem Spieler folgende Vorteile:

  • keine High-End-Hardware nötig
  • keine Installation erforderlich
  • keine Patches oder Updates nachträglich
  • Online-Sicherung der Speicherstände
  • Spiele sind auf unterschiedlichen Endgeräten wie TV und Tablet möglich

Die einzige Voraussetzung, die alle Streaming-Dienste fordern, eine gute Internetanbindung. Über eine Breitbandverbindung, mit einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 200 Mbit/s, verfügen jedoch die meisten Gebiete in Deutschlands bereits.

Auch für Menschen, die nur einen Office-PC besitzen und keine teuren Komponenten für die neuesten Spiele kaufen möchten, eignet sich das Streaming-Verfahren ebenfalls hervorragend. Videospiele aus der Cloud generierten 2014 weltweit einen Umsatz von 322 Millionen Dollar, was einem Zuwachs von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Egal, ob unterwegs auf dem Smartphone oder auf dem Tablet, Zuhause am TV bzw. am Computer, befindet sich Cloud Gaming im Aufwind und auf dem Vormarsch in die heimischen Wohnzimmer.

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